Was kostet eine Website? Preise für kleine Betriebe transparent erklärt
„Was kostet denn so eine Website?“ – das ist die häufigste Frage im Erstgespräch, und die ehrlichste Antwort lautet zunächst: Es kommt darauf an. Das hilft niemandem weiter. Deshalb hier die Zahlen, die Größenordnungen und vor allem die Faktoren, die den Preis tatsächlich bewegen.
Die kurze Antwort
Hinweis zu allen Zahlen in diesem Beitrag: Es sind Endpreise. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weise ich keine Umsatzsteuer aus.
Für einen kleinen Betrieb, eine Praxis oder ein Einzelunternehmen liegt eine professionell erstellte Website in der Regel zwischen 700 € und 3.000 €. Nach oben ist die Spanne offen, sobald Shop, Portal oder App-Anbindung dazukommen. Nach unten wird es unter etwa 500 € schwierig, ohne auf Vorlagen zurückzugreifen – dafür gibt es Baukastensysteme, die ihre Berechtigung haben.
Was den Preis wirklich beeinflusst
Der größte Kostentreiber ist selten das Design. Es sind diese vier Punkte:
1. Seitenanzahl und Struktur
Eine Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum und Datenschutz – das ist der übliche Minimalumfang. Jede weitere Leistungsseite, jeder Standort und jede Unterkategorie bedeutet zusätzliche Konzeption, Gestaltung und Text.
2. Funktionen
Ein Kontaktformular ist Standard. Eine Online-Terminbuchung, ein Bewerbungsformular mit Dateiupload, eine Preisrechner-Logik oder eine Anbindung an Ihr Warenwirtschaftssystem sind es nicht. Solche Funktionen kosten Zeit – und die schlägt sich im Preis nieder.
3. Inhalte
Das ist der Punkt, den fast alle unterschätzen. Liegen Texte und Bilder fertig vor, geht es schnell. Müssen Texte geschrieben, Bilder beschafft oder Fotos gemacht werden, kommt echter Aufwand dazu. Gute Inhalte sind gleichzeitig der Faktor, der am stärksten darüber entscheidet, ob eine Website Anfragen bringt.
4. Individualität
Eine angepasste Vorlage ist günstiger als ein eigenständiges Design. Beides kann richtig sein – es hängt davon ab, wie sehr Sie sich vom Wettbewerb abheben müssen und ob Ihre Marke bereits ein eigenes Erscheinungsbild hat.
Drei typische Größenordnungen
Rund 700 € – der kompakte Auftritt. Etwa fünf Seiten, individuelles Design statt Vorlage, mobil optimiert, DSGVO-konformes Kontaktformular, Grund-SEO. Passend für Selbstständige und kleine Betriebe, die vor allem seriös auffindbar sein wollen.
Rund 1.250 € – der übliche Unternehmensauftritt. Mehr Seiten und Leistungsbereiche, erweiterte Suchmaschinenoptimierung, Bildbearbeitung und Textunterstützung, auf Wunsch Terminbuchung oder Bewerberformular. Das ist der Umfang, den die meisten Unternehmen und Praxen tatsächlich brauchen.
Ab etwa 2.300 € – die individuelle Lösung. Online-Shop, Buchungssystem, Portal- oder App-Anbindung, automatisierte Abläufe. Hier wird jedes Projekt einzeln kalkuliert, weil sich der Aufwand stark unterscheidet.
Die laufenden Kosten, die gern vergessen werden
Eine Website ist keine einmalige Anschaffung. Dauerhaft fallen an:
- Hosting und Domain – je nach Anbieter etwa 5 bis 20 € im Monat. Achten Sie auf einen Serverstandort in Deutschland und ein enthaltenes SSL-Zertifikat.
- Pflege und Sicherheit – Updates, Sicherungen und Fehlerprüfung. Wer das selbst macht, spart Geld und investiert Zeit. Wer es abgibt, zahlt üblicherweise ab etwa 25 € monatlich.
- Inhaltliche Änderungen – neue Leistungen, geänderte Preise, ein neuer Mitarbeiter im Team. Entweder Sie pflegen selbst oder Sie buchen ein Zeitkontingent.
- Lizenzen Dritter – etwa für ein Buchungssystem oder kostenpflichtige Erweiterungen.
Rechnen Sie diese Posten von Anfang an mit ein. Eine günstige Website, die nach zwei Jahren ungepflegt vom Netz muss, war am Ende teurer als eine solide gebaute.
Baukasten, Agentur oder Freelancer?
Baukastensysteme sind günstig im Einstieg und schnell live. Der Preis wandert dann in ein monatliches Abo, das Design bleibt an das System gebunden und Sie machen die Arbeit selbst. Für eine erste Visitenkarte im Netz ist das völlig in Ordnung.
Agenturen bringen Teamstärke und können große Projekte stemmen. Dafür zahlen Sie Strukturkosten mit, und Ihre Ansprechperson wechselt öfter, als Ihnen lieb ist.
Freiberufler liegen preislich meist dazwischen. Sie bekommen eine feste Ansprechperson und kurze Wege – dafür hängt viel an einer Person. Fragen Sie deshalb, was bei Ausfall oder Urlaub passiert.
Woran Sie ein faires Angebot erkennen
- Der Leistungsumfang steht schriftlich und ist so konkret, dass beide Seiten dasselbe darunter verstehen.
- Es ist klar geregelt, was passiert, wenn Wünsche dazukommen – und was das kostet.
- Die laufenden Kosten sind genannt, nicht verschwiegen.
- Sie erfahren, wem die Website danach gehört und ob Sie damit zu einem anderen Anbieter umziehen können.
- Es gibt eine ehrliche Aussage dazu, was die Website nicht leisten wird. Wer Platz 1 bei Google verspricht, verspricht zu viel.
Fazit
Der Preis einer Website ergibt sich aus Umfang, Funktionen und Inhalten – nicht aus einer Preisliste von der Stange. Wichtiger als die reine Zahl ist, dass Sie vorher wissen, was Sie dafür bekommen und was danach noch dazukommt. Wenn ein Angebot das transparent macht, können Sie es auch vergleichen.
Eine Übersicht meiner Pakete mit Richtwerten finden Sie unter Leistungen & Preise. Wie so ein Projekt abläuft und wie lange es dauert, steht im Beitrag Ablauf, Dauer und Vorbereitung. Und wenn Sie wissen wollen, wie Ihre bestehende Seite technisch dasteht: Der kostenlose Website-Check prüft das in unter einer Minute.
Zurück zur Übersicht
Werden Sie in Ihrer Region sichtbar
Ich baue Ihre Website mit lokalem SEO-Fundament – damit Kunden aus der Umgebung Sie finden.